Are you ready?

DHBW Fachtag „Digitale Transformation“

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft noch tiefgreifender als die Globalisierung – darüber sind sich Ökonomen einig. Wohin die Reise geht, diskutierten beim zweiten Fachtag Digitale Transformation der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am 7. Februar Professoren/-innen, Forscher/-innen und Lehrbeauftragte der DHBW. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Nicole Graf, Rektorin der DHBW Heilbronn, und DHBW Präsident Arnold van Zyl PhD, wurde die Thematik in verschiedenen Workshops beleuchtet.

Are you ready?

Anpassungsbedarf entsteht in allen Branchen. Unternehmen müssen die Kundenkommunikation, die internen Prozesse und auch ihr Geschäftsmodell hinterfragen. Im Workshop ‚Digital Business‘ wurden die Herausforderungen und Optionen für mittelständische Unternehmen diskutiert.

Prof. Dr. Christiane Weiland, Studiengangsleiterin BWL-Bank an der DHBW Karlsruhe, betrachtete die Herausforderungen für klassische Geschäftsmodelle von Banken und Sparkassen: „Die beste institutionelle Lösung ist abhängig von den Rahmenbedingungen des Finanzmarkts. Veränderungen der vergangenen Jahre haben in einem ersten Schritt zu einer zunehmenden Bedeutung von direkten Kapitalmarktlösungen geführt. Nun führen weiter sinkende Informations- und Transaktionskosten zum Auftreten neuer Akteure, die die Kernfunktionen der Banken angreifen.“ In anderen Branchen haben Plattformgeschäftsmodelle wie Airbnb, Uber und Amazon durch die Nutzung von Skalen- und Netzwerkeffekten in kurzer Zeit neue Strukturen geschaffen.

Wie werden Plattformen den Finanzmarkt verändern? Und welche Chancen ergeben sich für Banken, selbst diese Geschäftsmodelle zu nutzen und das Zentrum eines ‚Open Banking Ecosystem‘ zu bilden? Christiane Weiland warf ein Schlaglicht auf drei Projekte der DHBW Karlsruhe, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen.

Eine Studie verglich die klassische Kreditvergabe mit der über Plattformen und zeigt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt: „Kreditplattformen versprechen oft mehr als sie halten und haben zumindest aktuell nur die Bedeutung von Nischenlösungen.“, so ihre Einschätzung.

Interessante Potenziale können sich hingegen bei kreativen Plattformlösungen ergeben. Im Projekt ‚Growthlending‘ prüfen und strukturieren vertrauenswürdige Ankerinvestoren Entwicklungsfinanzierungsprojekte. Private Investoren haben die Möglichkeit, sich an Projekten zu beteiligen. Und Förderbanken erhöhen hierdurch ihre Sichtbarkeit.

Ein aktuelles Projekt beschäftigt sich mit ‚Open Banking Ecosystems‘. In einer interdisziplinären und dualen Konzeption werden mögliche Geschäftsmodelle untersucht und validiert.

In weiteren Workshops ging es unter anderem um kooperierende Robotersysteme, Künstliche Intelligenz am Beispiel von Technologieadaptionen, Data Analytics sowie um den technologischen Wandel in Organisationen und die Auswirkungen auf die zukünftige Arbeit.

Abschließend diskutierten DHBW-Präsident Prof. Arnold van Zyl PhD, Prof. Dr. Dr. Rainer Przywara, Rektor der DHBW Heidenheim, und Prof. Dr. Max Mühlhäuser, Prorektor der DHBW Mosbach, auf dem Podium darüber, wie die DHBW im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der Dualen Partner in den Regionen auch künftig schnell auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren kann. Fazit: Die DHBW werde mit ihrer besonderen Form der Wissensarbeit und dem Dreiklang aus Forschung, Innovation und Transfer ihren Beitrag dazu leisten, die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Dualen Partner zu stärken. Der Fachtag sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

 

Informationen zum Studiengang BWL-Bank

Text: WL/RAS, Foto: DHBW Heilbronn